Pfand statt Plastik: Filmfestival in Bangkok setzt setzt auf Mehrwegsysteme
Einwegverpackungen auf Großveranstaltungen vermeiden – geht das? In Bangkok zeigt ein EXI-Pilotprojekt, wie nachhaltige Alternativen funktionieren können.
Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastikverpackungen ist eine weltweite Herausforderung. Im Auftrag der BMUV Exportinitiative Umweltschutz unterstützt die GIZ die Stadt Bangkok mit Beratung und Pilotprojekten, um Einwegplastik bei öffentlichen Großveranstaltungen zu reduzieren. Die EXI leistet dadurch einen Beitrag, Thailand auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft zu unterstützten.
Am 18. und 19. Januar 2025 fand das Filmfestival Krungthep Klang Plang im Lumpini Park in Bangkok statt. Die GIZ unterstützte die Stadt Bangkok und den thailändischen Verband der Filmregisseur*innen dabei, ein umfassendes Mehrwegsystem für Speisen und Getränke sowie eine Getrenntsammlung zu pilotieren, wodurch ca. 8000 Verpackungen eingespart wurden.

Für die Unterstützung der Stadt Bangkok bei der Reduzierung von Einwegplastik auf öffentlichen Großveranstaltungen arbeitet die GIZ eng mit Ecocrew und Chula Zero Waste zusammen. Gemeinsam entwickeln sie präventive Strategien, die auf Vermeidung und Wiederverwendung setzen. Ein Pfandrückgabesystem für wiederverwendbare Verpackungen gilt beispielsweise als eine der wirksamsten Maßnahmen, um Anreize für Verbraucher*innen zu schaffen, vom linearen Modell „nehmen, herstellen, entsorgen“ zum zirkulären Ansatz „nehmen, herstellen, wiederverwenden“ überzugehen.
Im Rahmen des EXI-Wissenstransfers organisierte die GIZ bereits im Vorfeld ein Webinar zur „Mehrweg-Revolution“. Im Webinar tauschten sich Nattapol Choeysungnoen von Ecocrew, dem ersten thailändischen Anbieter für Mehrwegsysteme und Dr. Fabian Barthel, Geschäftsführer der deutschen Firma VYTAL, das weltweit größte digitale Mehrwegverpackungssystem, über ihre Erfahrungen und Best Practices für die erfolgreiche Umsetzung eines Pfandsystems aus.

Das Filmfestival wurde als Pilotprojekt ausgewählt, um die Machbarkeit eines solchen Systems für künftige Großveranstaltungen zu demonstrieren. Rund 4.000 Besucher*innen nahmen an der Veranstaltung teil, während sich 15 Lebensmittel- und Getränkeverkäufer*innen aus verschiedenen Stadtteilen Bangkoks beteiligten. Alle verpflichteten sich, ausschließlich wiederverwendbare Behälter zu nutzen. Für jeden wiederverwendbaren Artikel wurde ein Pfand von 10 Baht (ca. 30 Euro-Cents) erhoben, welcher am Ende der Veranstaltung an ausgewiesenen Rückgabestellen erstattet wurde.
Während der zweitägigen Veranstaltung wurden 1.481 wiederverwendbare Becher und 1.127 wiederverwendbare Schüsseln sowie von der Chulalongkorn Universität geliehenes Besteck verwendet. Dadurch konnte das insgesamte Plastikaufkommen erheblich reduziert werden und etwa 8.000 Einweg-Plastikverpackungen eingespart werden.
Leiter der Abteilung Nachhaltigkeit und Berater des Gouverneurs von Bangkok, Pornphrom Vikitsreth, sagte: „Der Erfolg dieser Veranstaltung zeigt deutlich, dass dieses System für verschiedene Veranstaltungen umsetzbar ist und das Potenzial hat, bei künftigen Veranstaltungen zum neuen Standard zu werden. Die wichtigste Auswirkung ist, dass nicht nur die Abfallmenge erheblich reduziert wird, sondern auch die Kosten für die Anbieter gesenkt werden können.“

Die Erkenntnisse des Pilotprojekts werden in einen Bericht und in die Entwicklung von Richtlinien einfließen, die der Stadtverwaltung von Bangkok als Entwurf für die Einführung von Pfandrückgabesystemen bei Veranstaltungen in Bangkok übergeben werden. Diese gemeinsame Anstrengung unterstreicht das Engagement der Stadt für ein nachhaltiges Veranstaltungsmanagement und dient als Sprungbrett für eine Kreislaufwirtschaft in der Stadt.
Am 9. April 2025 wird Korb Limsuwan, Leiter der Arbeitsgruppe für Umweltmanagement an der Chulalongkorn-Universität, seine Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in Bangkok in einem Webinar teilen und für Fragen zur Verfügung stehen. Melden Sie sich jetzt an.
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